40 Bürger wollen keine neuen WKA

Einwohner von Pitschen-Pickel schreiben Brandbrief an Ministerpräsident Dietmar Woidke
Pitschen-Pickel – Gegen den Bau von neuen Windrädern wehren sich die Einwohner jetzt, denn sie müssen schon mit den Auswirkungen des riesigen Windkraftgebietes leben, das sich westlich des Dorfes erstreckt. Auf dem drehen sich nahezu 100 Mühlen.
Brief an Woidke
Der Abstand zu den ersten Häusern betrage rund 1050 Meter. „Wir wollen, dass sie in einem Abstand gebaut werden, der mindestens das Zehnfache ihrer Höhe beträgt, so wie es die Initiative ‚Rettet Brandenburg‘ mit dem im Januar gestarteten Volksbegehren fordert“, erläuterte Heinz Lieke. In einem Brief fordern die Pitschen-Pickler Ministerpräsident Dietmar Woidke auf, sie vor den negativen Auswirkungen der Windkraftnutzung zu schützen und die neuen Windräder nur mit dem größeren Abstand zu genehmigen. Sie stellten sich nicht grundsätzlich gegen die Energieerzeugung aus Windkraft. Doch je näher die Windräder an den Häusern stünden, desto stärker seien gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den periodischen Lärm der Rotoren und den Schattenschlag.
Ein weiterer Einflussfaktor sei der Infraschall. „Dieser Schall ist nicht zu hören, aber im Körper spürbar, denn er geht auch durch Mauern“, wie Heinz Lieke darlegte. Die Tiere würden geschont, wie bei einem Erörterungstermin in Illmersdorf klar wurde. „Aber wer denkt an den Menschen, an unsere Lebensqualität?“ fragte er. Für ihre körperliche Unversehrtheit sehen die Pitschen-Pickler die Landesregierung in der Pflicht und schickten den Brief, unterschrieben von 40 Einwohnern.
Zum Thema:
An den Windpark westlich von Falkenberg und Pitschen-Pickel, das Windeignungsgebiet 13 der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald mit 291 Hektar Fläche, schließt sich nahtlos das WEG 40 der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming an, dass sich auf insgesamt 1433 Hektar zwischen Kemlitz, Rosenthal, Zagelsdorf und der Gemeinde Dahmetal erstreckt. Dieses zusammenhängende Areal ist künftig deutlich größer als das Windeignungsgebiet Duben-West (Wind 12), das mit 1176 Hektar als größtes Gebiet im Regionalplan Lausitz-Spreewald ausgewiesen wird. bkh1

Birgit Keilbach/bkh1 bkh1

Neue Wege braucht das Land

Die Initiative der Einwohner von Pitschen-Pickel ist sehr begrüssenswert. Und zu wünschen ist, dass MP Woidke den Brief auch liest. Aus unserer Erfahrung kann ich Folgendes berichten:
Nach Gründung der Bürgerinitiative Gegenwind aus Gebersdorf und Dahmer Umland-Pro Natur vor 3 Jahren haben wir – damals noch an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Demokratie glaubend- an „unsere“ Volksvertreter im Landtag  geschrieben. Wenn Antworten der Verfechter der Brandenburger Energiewende(SPD,Linke,Grüne) überhaupt kamen, dann waren sie von frustrierten PraktikantInnen verfasst, die sich landläufiger Textbausteine bedienten. In manchen Briefen machte man sich nicht einmal die Mühe, die Ortsnamen richtig zu schreiben!! Die CDU nahm sich die Zeit, uns die „grosse Politik“ zu erörtern, die Freien Wähler und die AfD setzen sich ja – wie bekannt – für eine vernünftige Energiepolitik ein.
Das alles machte uns deutlich, wie weit die Koalitionäre sich vom Volk entfernt haben. Es entsteht der Eindruck, dass es immer mehr nur um Sicherung bestehender Pfründe und liebgewordener Netzwerke geht. Und leider macht das auch Schule in mancher Kommune. Die Bananenrepubliken sind also geographisch näher gerückt und lassen grüßen.
Bürgermeinung ist nur gefragt, wenn es darum geht, an der richtigen Stelle das Kreuz bei der nächsten Wahl zu machen.
Aus diesem Grunde unterstützen auch wir das laufende Volksbegehren zu „10H und keine Windräder im Wald“—um die Gesundheit der Bürger zu schützen und uns vor der „legitimerten Willkür“ mancher Politiker zu schützen. Denn wozu braucht Brandenburg 7000 Windräder.???
Vielleicht ist dieses Volksbegehren ein Weg zu einer neuen Vierten Gewalt, denn wir brauchen neue Wege zur Mitbestimmung von unten.(s.a. Wochenzeitung FREITAG vom 31.3.2016, S.1).

Hans-Georg Nerlich für die BI Gegenwind aus Gebersdorf und Dahmer Umland-Pro Natur

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