Gemeindevertretung von Borkheide befürwortet (entgegen der Empfehlung des Bürgermeisters) Errichtung von WKA in der Reesdorfer Heide / Borkwalde weiterhin für Erhaltung unserer Wälder

Wie jetzt erst bekannt wurde (MAZ online vom 22.12.2023 bzw. Printausgabe vom 27.12.2023), lehnte die Gemeindevertretung von Borkheide bereits am 30.11.2023 mit 6 zu 4 Stimmen (die Unterlagen können Sie hier einsehen) eine Stellungnahme mit dem Tenor:

„Die Gemeinde Borkheide lehnt die Errichtung und den Betrieb der 8 Windkraftanlagen des Typs Vestas V  162-7,2 MW am Standort 14547 Beelitz OT Reesdorf entschieden ab.“

ab.

Damit stellt sich die Mehrheit der Gemeindevertretung sogar gegen die Feststellung des Landesamtes für Umwelt (LfU), welches in einem Parallelverfahren zu dem Schluss kam, dass die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) in waldnahen Räumen der Reesdorfer Heide den Erholungswert der Wälder beeinträchtigt und Erholungssuchenden wichtige und gern genutzte Erholungsflächen nimmt. Landschaften werden zerschnitten, das Landschaftsbild durch Industrieanlagen entstellt. Bei dem in Anspruch genommenem Wald handelt es sich um Erholungswald, eine entsprechende Einstufung der Forstverwaltung liegt vor. Schutzzweck ist u.a. der Erhalt des Gebietes auf Grund der besonderen Bedeutung für die naturnahe Erholung. Es liegt im Einzugsbereich der Großräume Berlin und Potsdam. Durch die Errichtung weiterer WKA und der damit einhergehenden Veränderung des Landschaftsbildes wird der Erholungswert der Landschaft durch eine technische Überprägung geschmälert.

Der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Borkheide, Andreas Kreibich, und seine SPD-Kollegen sind nunmehr in der Gemeindevertretung beim Schutz des Waldgebietes der Reesdorfer Heide in der Minderheit. Für die Errichtung der WKA haben sich demnach die übrigen Gemeindevertreter der Bürgerliste Borkheide (4), CDU (1), Die Linke (1) und ein Einzelbewerber entschieden.

Wie berichtet, plant die Fa. juwi nunmehr mit einem Antrag von Mitte 2023 die Errichtung von acht WKA des Typs VESTAS V162-7,2, die nunmehr eine Nabenhöhe von 169 Metern und einen Rotordurchmesser von 162 Metern haben und somit auf eine Gesamthöhe von 250 Metern bei einer geplanten Nennleistung von 7.200 kW kommen.

Die MAZ erwähnt in ihrem Beitrag zwei Argumente des Gemeindevertreters Marcel Mika (Bürgerliste Borkheide / derzeit 4 Sitze in der Gemeindevertretung), die für die Errichtung der WKA sprächen:

  1. Er vertraue dem deutschen Hersteller der WKA, der Firma Vestas.
  2. Man wolle einen Beitrag zur Energiewende leisten und aufgrund der Nähe der geplanten WKA zur Autobahn sei das Argument des Lärmschutzes / Erholungsfaktors Wald vernachlässigbar.

Beide Argumente sind falsch:

  1. Vestas Wind Systems A/S (kurz: Vestas) ist eine an der Börse Kopenhagen notierte Firma mit Sitz im dänischen Aarhus.
  2. Die Errichtung von WKA in Wäldern ist aufgrund der Waldvernichtung /-zerschneidung klimaschädlich und Borkheide ist von den Lärm-, gesundheitlichen und Brandschutz-Beeinträchtigungen der geplanten WKA von allen Anliegern am stärksten betroffen = s. dazu die nachstehende Abbildung.

Lt. Bürgermeister Egbert Eska aus Borkwalde wurde die Borkheider Entscheidung mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen. Man bleibe in Borkwalde bei dem ablehnenden Standpunkt gegenüber WKA in den Wäldern der Reesdorfer Heide.

Wie bereits mehrfach erwähnt, werden wir uns als Umweltvereinigung nach Veröffentlichung des Bauantrages durch das LfU erneut am Verfahren beteiligen und gegen die Errichtung von WKA in Wäldern aussprechen.

Bei den bevorstehenden Kommunalwahlen im Jahr 2024 sollten die Bürger im Vorfeld ihrer Entscheidung nicht auf Lippenbekenntnisse zum Umwelt-, Natur- und Gesundheitsschutz hereinfallen, sondern sich am klaren Bekenntnis der Bewerber gegen die Errichtung von WKA/Industrieanlagen in unseren Wäldern orientieren.

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