Stellungnahme Waldkleeblatt zum Entwurf der Brandenburger Wolfs-VO

Nachstehend die Stellungnahme von WALDKLEEBLATT zum Entwurf der Brandenburger Wolfs-VO: Wir sind der Auffassung, dass der Entwurf der VO den Zielen und dem Wortlaut von diesbezüglichem Europa- und Bundesrecht widerspricht. Der Wolf ist eine streng geschützte Tierart (Richtlinie 92/43/EWG Anhang IV a = sog. Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, FFH). Diese europarechtliche Vorgabe wurde in Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz (§§ 7, 44, 45 BNatSchG) umgesetzt. Somit sind der Fang oder die Tötung eines Wolfes (Zugriffsverbot) als auch der Besitz, der Transport, der Handel, der Austausch oder das Angebot zum Verkauf (Besitzverbote) eindeutig untersagt. Der Wolf ist neben dem Biber die erste Tierart, bei der eine Wiederansiedlung in nennenswertem Umfang erfolgversprechend geschieht. Eine gezielte Unterstützung dieses erwünschten natürlichen Vorganges ist z.B. die Vernetzung der durch die Zersiedlung und Verkehrswege fragmentierter Lebensräume durch Wildbrücken. Nicht überlebensfähige Tiere können schon jetzt aus Tierschutzgründen von unabhängigen Tierärzten getötet werden. Bei unmittelbarer Gefahr für menschliches Leben greifen auch jetzt schon die Regelungen für Notwehr und Nothilfe. Alles darüber Hinausgehende – insbesondere die Vollzugsrechte für durch die Wolfspopulation real oder eingebildet wirtschaftlich Betroffene (Tierzüchter, Jäger, Anlieger usw.) – erscheinen als eine rechtlich und sittlich hoch problematische Unterwanderung der FFH-Richtlinie, die ein erhabenes Stück europäischer Kultur- und Rechtsentwicklung darstellt. Und hier der gesamte Text.

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